Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft - Produktionsintegrierte Förderung seltener und gefährdeter Ackerwildkrautarten

Projektpartner:
  •  Bayerische KulturLandStiftung (Leadfunktion)
  • Technische Universität München, Lehrstuhl für Renaturierungsökologie (Prof. Dr. Kollmann)
Projektförderung:
  • Bayerischer Naturschutzfonds
  • Landwirtschaftliche Rentenbank
 Projektlaufzeit:     1.1.2016 - 31.12.2019
 
Projektziele:

Im Mittelpunkt des Projekts „Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft“ steht der Schutz seltener und gefährdeter, in Bayern heimischer Ackerwildkräuter, die auf ausgewählten und standörtlich passenden Flächen lokal gefördert oder wieder angesiedelt
© Prof. Kollmann
werden sollen. Das Projekt verfolgt damit das Ziel, vor allem konkurrenzschwache Arten, wie Adonis aestivalis, Legousia speculum-veneris und Teesdalia nudicaulis, zu vermehren und mittelfristig auf landwirtschaftlichen Flächen wieder anzusiedeln und produktionsintegriert zu erhalten. Dabei wird eine Zunahme häufiger oder problematischer Ackerwildkräuter, wie Apera spica-venti, Cirsium arvense oder Equisetum arvense, vermieden, was bei guter Kenntnis der Arten und passender Bewirtschaftung möglich ist. Von dem geplanten Projekt profitiert auch die Fauna der Feldflur, da ein vielfältige Ackervegetation zahlreichen Tierarten wie phytophagen Insekten, herbivoren Kleinsäugern, Feldvögeln und dem Niederwild als Nahrungsquell. So leistet das Projekt langfristig einen wesentlichen Beitrag zur Förderung und Bewahrung der regionalen Biodiversität in den Ackerkulturlandschaften Bayerns und führt auch zu einer ästhetischen Aufwertung des ländlichen Raums.
 
Ziel des neuen Projektes ist es, Populationen seltener Ackerwildpflanzen von Wuchsorten, wo diese durch intensive Bewirtschaftung oder Brachfallen gefährdet sind,
© Prof. Kollmann - Centaurea Cyanus
an extensiv genutzte Ackerstandorte, die günstige Überlebensbedingungen bieten, zu übertragen und so die Bewahrung dieser Arten in eine nachhaltige Landnutzung zu integrieren. Die Arten haben so eine Chance, ohne regelmäßige Neuansaat und Pflege langfristig zu überleben, vorausgesetzt dass die Herbizidanwendung lokal und temporär ausgesetzt wird. Manche Arten können nach Wiedereinsetzen der Herbizidbehandlung zumindest einige Jahre in der Samenbank überdauern. Da die seltenen Ackerwildpflanzen in der Regel konkurrenzschwach sind und auch nur in geringer Dichte vorkommen, sind darüber hinaus nur geringe Ertragseinbußen zu erwarten, wie aktuelle Ergebnisse des Lehrstuhls für Renaturierungsökologie zeigen.
Es ist das Ziel, regionale Betriebe für die Vermehrung von Saatgut seltener Ackerwildkräuter auf geeigneten Standorten zu gewinnen. Das Projekt fördert damit Landwirte als aktive Partner des Naturschutzes in der Agrarlandschaft und trägt zum Aufbau einer neuartigen regionalen Wertschöpfungskette bei. Viele Arten der Roten Liste müssen allerdings erst einmal von Spezialisten in Restpopulationen gesammelt, zwischenvermehrt und schließlich von Saatgutbetrieben professionell angebaut  werden. Dieses Vorgehen wird effektiv unterstützt durch wissenschaftliche Untersuchungen.
 
Die Kontaktdaten der zuständigen Projektleiterin für das Ackerwildkrautschutz-Programm finden Sie hier.
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