Dialogforum Naturschutz


© BKLS, Dialogforum Naturschutz, Referent Dominik Himmler von der Bayerischen KulturLandStiftung
Ziel der Tagung war es, die Bedeutung des freiwilligen Engagements der Landwirtschaft für Anliegen des Natur- und Artenschutzes hervorzuheben und an praktischen Beispielen des Vertragsnaturschutzes und der Naturschutzkompensation in der Kulturlandschaft zu erläutern. Mehr als 80 Teilnehmer waren der gemeinsamen Einladung der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft (DSK) und der Bayerischen KulturlandStiftung (BKLS) am 5. September 2017 nach Marloffstein-Atzelsberg bei Nürnberg gefolgt, um über den effizientesten Weg zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft zu diskutieren. Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft, Dr. Helmut Born, konnte Vertreter des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes, der 6 Kulturlandstiftungen in den Bundesländern, von Kommunen und Städten, der praktischen Land- und Forstwirtschaft, der für Landwirtschaft und Umwelt zuständigen Ministerien und Wissenschaft begrüßen. Vor dem Hintergrund der in den Bundesländern bereits verabschiedeten oder zur Verabschiedung anstehenden Kompensationsverordnungen - die bayerische Kompensationsverordnung wurde bereits im September 2014 in Kraft gesetzt – war das Interesse der Vertreter des Naturschutzes und der Landwirtschaft an produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen auf wechselnden Flächen für Eingriffe in Natur und Landschaft besonders groß.

© BKLS, Dialogforum Naturschutz, l.n.r.: Referent Dr. Born (Vorstand DSK) und Hr. Dr. Barth (Amtschef StMUV)
Der Amtschef des bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Christian Barth, verwies darauf, dass in Bayern PIK- Maßnahmen immer dann Präferenz als Kompensation für Eingriffe hätten, wenn diese Eingriffe landwirtschaftlich genutzte Flächen beträfen. Insbesondere der Geschäftsführer der bayerischen Kulturlandstiftung, Herr Dominik Himmler, aber auch der stellvertretende Abteilungsleiter im bayerischen Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, Herr Anton Dippold, sowie der stv. Vorsitzende des Umweltausschusses des Bayerischen Bauernverbandes, Herr Ludwig Bayer, machten in ihren Beiträgen deutlich, dass bei der praktischen Umsetzung dieses Grundsatzes noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. So würden die für den Naturschutz und die Landwirtschaft wichtigen PIK-Maßnahmen auf wechselnden Flächen mit einer institutionellen Absicherung noch nicht völlig gleichwertig gesehen mit grundbuchlich abgesicherten Kompensationsflächen.

© BKLS, l.n.r.: Herr Steigenberger, Dominik Himmler, Dr. Born, Hr. Dr. Barth, Herr Pingen, Herr RA Kunz, Hr. Felker, Hr. Bayer, Herr Dr. Metzner, Hr Dr. Schäffer, Herr Anton Dippold
Private und öffentliche Maßnahmenträger machten in der Forumsveranstaltung deutlich, dass PIK-Maßnahmen für Eingreifer teilweise noch Neuland sind, aber zunehmend an Attraktivität gewinnen. Dies vor allem wegen der hohen naturschutzfachlichen Wirkung bei gleichzeitig vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Land- und Forstwirten. Dr. Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz Bayern, beklagte zwar die aus seiner Sicht noch zu langsame Verbesserung der Biodiversität in der Kulturlandschaft, anerkannte aber ebenso wie Herr Josef Steinberger, Präsidiumsmitglied des Bayerischen Gemeindetages, die zunehmende Bereitschaft der Bauernfamilien konkrete Maßnahmen des Natur und Artenschutzes auf freiwilliger Basis mitzutragen. In diesem Sinne ist gerade auch in Bayern der Deutsche Verband für Landschaftspflege seit Jahren engagiert. Der Geschäftsführer des DVL, Herr Jürgen Metzner, bekräftigte das Ziel, Naturschutzmaßnahmen einvernehmlich zwischen Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutzverbänden umzusetzen.

In seinem Schlusswort verdeutlichte der Vorsitzende des Stiftungsrates der DSK, Herr Steffen Pingen, das Kernanliegen der Kulturlandstiftungen, die Eigenart und Vielfalt bäuerlich geprägter Kulturlandschaften, ihre nachhaltige Nutzungsfähigkeit aber auch ihre Biotop- und Artenvielfalt zu fördern und zu erhalten. Vor diesem Hintergrund sei es dringend geboten, dem nach wie vor mit 66 ha je Tag viel zu hohen Flächenverbrauch in Deutschland zu wehren und vor allem Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen flächenschonend in der Kulturlandschaft durchzuführen. Freiwillige Kooperation liefere auch dafür die besten Ergebnisse. Er dankte allen Rednern und Diskussionsteilnehmern für ihre Beiträge und bezeichnete dieses 3. Dialogforum der DSK als weiteren Baustein für ein besseres Verständnis und Miteinander in der Kulturlandschaft.
 
Die Vorträge des Dialogforums können Sie im Pressebereich downloaden. 
Dialogforum DSK 2017 Exkursion (08.09.2017)
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