Feldtag „Regionale Vermehrung von Ackerwildkräuter

© BKLS, Besichtigung der Ackerwildkraut Vermehrungsfläche bei Tobias Volkert in Rittersbach
Unkraut ist der Schreck vieler Landwirte – doch es lohnt sich genauer hinzusehen. Nicht jede Pflanze ist ein Problemunkraut. Eine Vielzahl an Ackerwildkrautarten hat keinen ertragsmindernden Effekt sondern ist ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem Acker, z.B. als Nahrungsquelle für Insekten und Feldvögel. Am 28. Juni nahmen Landwirte, Naturschutzbehörden, Landschaftsplaner und Interessierte Personen an einem Feldtag der Bayerischen Kulturlandstiftung teil, bei dem das Projekt „Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft“ vorgestellt wurde.
 
© BKLS, Vermehrung des gefährdeten Lämmersalats in Reinkultur
Marion Lang erklärte warum rund ein Drittel aller Ackerwildkrautarten in Bayern gefährdet ist und wie Landwirtschaft und Naturschutz zusammen arbeiten können, um die Artenvielfalt auf Äckern zu fördern. Lämmersalat, Bauernsenf und Saat-Mohn haben einst die Sandäcker im Mittelfränkischen Becken bereichert. Heute sind sie kaum noch zu finden und sollen nun aktiv durch Sammlung, Vermehrung und Wiederansiedlung auf geeigneten Standorten gefördert werden. Dort wo die Arten sich nicht mehr von selbst aus dem Bodensamenvorrat regenerieren können, kann regionales Saatgut zum Einsatz kommen. Im bayernweiten Projekt der Kulturlandstiftung und TU München wurden dafür regionale Saatgutvermehrungen in Botanischen Gärten, bei Landwirten und bei dem Wildsamenproduzenten Rieger-Hofmann GmbH aufgebaut. 

© BKLS, Teilnehmer des Feldtages im Projekt „Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft“
Die 21 Teilnehmer des Feldtages durften die Vermehrungsfläche bei Landwirt Tobias Volkert aus Rittersbach besichtigen. Dort wurden im Herbst letzten Jahres Lämmersalat, Bauernsenf, Saat-Mohn und Einjähriger Knäuel angesät, deren Samen in der Region gesammelt wurden, zum Beispiel auf einem Schutzacker in Wallesau. Volkert berichtete von der Anlage und Pflege der Vermehrungsflächen: „55 g Saatgut auf knapp 1.000 m² in Reihensaat auszubringen ist eine Herausforderung“. Derzeit sind schon erste Pflanzen reif, deren Samen geerntet werden und zum Beispiel auf Ausgleichsflächen zum Einsatz kommen.

© BKLS, Dominik Himmler (Bayerische Kulturlandstiftung) stellt eine produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme in Wernsbach vor.
Im Rahmen der produktionsintegrierten Kompensation (PiK) können somit intensiv bewirtschaftete Äcker extensiviert und ökologisch aufgewertet werden. Eine solche PiK-Fläche stellte Dominik Himmler von der Bayerischen Kulturlandstiftung in Wernsbach vor. Dort werden durch weiten Reihenabstand und Brachestreifen nicht nur Ackerwildkräuter sondern auch Feldvögel gefördert, wie das laute Zwitschern der Feldlerche bestätigte.

Nach den beiden Exkursionszielen im Lkr. Roth wurden Gewächshäuser, Anbauflächen und die Reinigung von Rieger-Hofmann in Blaufelden (Lkr. Schwäbisch-Hall) besichtigt. Johannes und Ernst Rieger gaben den Teilnehmern Einblick in die Produktionsverfahren und spezielle Maschinen die bei der Vermehrung des kostbaren Wildpflanzensaatgutes zum Einsatz kommen.

Das Projekt und der Feldtag werden vom Bayerischen Naturschutzfonds und der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.
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