Artenschutz im Knoblauchsland – von Landwirten für Landwirte

Mitten im Städte-Dreieck Nürnberg - Fürth - Erlangen liegt eines der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete Bayerns, dessen Geschichte bis in das 8. Jahrhundert zurückreicht. Anfang 2020 startete das Pilotprojekt zum Artenschutz im Knoblauchsland, das die Regierung von Mittelfranken gemeinsam mit den knoblauchsländer Gemüsebauern und der Bayerischen KulturLandStiftung  unter dem Motto „von Landwirten für Landwirte“ durchführt. Ziel ist es, u.a. Kiebitzen, Feldlerchen, Schaftstelzen und Rebhühnern das Überleben inmitten der Metropolregion zu ermöglichen.

Im Knoblauchsland hatten diese seltenen Vögel bislang gute Lebensbedingungen. Aufgrund der oft kleinteiligen Nutzung durch den Gemüseanbau, der sukzessiven Ernte, die dazu beiträgt, einen großflächigen Ernteschock zu vermeiden, sowie der vorhandenen Kleinstrukturen wie zum Beispiel kleine Wasserflächen und Pfützen oder offene Sandstellen zur Gefiederpflege hat sich im Knoblauchsland eine hohe Dichte dieser Arten einstellen können.

Landwirte nehmen ihre Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt und für den Umweltschutz ernst. Doch Investitionen in landwirtschaftlichen Betrieben des Knoblauchlands führen oft zu Herausforderungen, weil die aufgrund der Investitionen notwendigen Eingriffe in Natur und Landschaft auch nach dem Artenschutzrecht ausgeglichen werden müssen. Gerade wenn Betriebe optimiert werden sollen, müssen für die seltenen Vögel zusätzliche Maßnahmen erbracht werden. Es spielt dabei im Artenschutz keine Rolle, dass die bisherige Bewirtschaftungsweise für die Population von Kiebitz, Feldlerche, Schaftstelze und Rebhuhn sogar förderlich war.
 
© BKLS, Projektgebiet Knoblauchsland
Eine bayernweite Besonderheit bei diesem Pilotprojekt ist die aktive Einbindung des Artenschutzes in die landwirtschaftlichen Betriebsabläufe und eine Gestaltung der Maßnahmen mit Landwirten aus der Region.

In Phase I des Pilotprojektes (2020) wird erarbeitet werden, wie Ausgleichsmaßnahmen für die zu schützenden Vögel jedes Jahr auf einer anderen Fläche stattfinden können, nämlich auf einer Fläche, auf der das nach der jeweiligen Fruchtfolge auch zielführend sein kann (PiK-Maßnahmen auf wechselnden Flächen).

Hierzu werden wir:
  • eine Suchraumanalyse durchführen
  • ein für das Knoblauchsland angepasstes Maßnahmenportfolio erstellen
  • und innerhalb von Demonstrationsbetrieben rotierende Maßnahmen anwenden.
Dieses Projekt stärkt die Zukunfts- und Investitionssicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe, d.h. Artenschutz und innovative Weiterentwicklung der Unternehmen stehen nicht mehr im Wiederspruch zueinander.

Um dieses System umzusetzen und in der Praxis zu testen hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz der Regierung von Mittelfranken nun Mittel für die Projektentwicklung zur Verfügung gestellt.

Demonstrationsbetriebe gesucht!

Haben sie in der Vergangenheit bereits als Landwirt Ausgleichsflächen für landwirtschaftliche Bauten im Knoblauchsland herstellen müssen?
Oder sind Sie gerade dabei ein neues Gewächshaus zu planen?

Melden Sie sich bei
Lisa Ott
Barer Str. 14
80333 München
Tel.: 089 590 682 954
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