Blühstreifen und Lerchenfenster

Das kalte Wetter hat der regionalen Fachveranstaltung des F.R.A.N.Z.-Projektes keinen Abbruch getan.
Mit Gummistiefel und Regenjacken bekleidet, trafen sich am 21.05.2019 neben vielen Landwirten auch Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, der Bayerischen KulturLandStiftung und der Umweltstiftung Michael Otto auf dem Hof von Bauern-Kreisobmann Friedhelm Dickow.

Das Bundesprojekt F.R.A.N.Z. (Für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft) versucht, Landwirtschaft und Umweltschutz miteinander zu verbinden. Das Projekt wird von zehn Demonstrationsbetrieben in landwirtschaftlich intensiv genutzten Räumen zehn Jahre lang durchgeführt und wurde schon mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2019 ausgezeichnet. Koordiniert wird das Projekt durch die Umweltstiftung Michael Otto und den Deutschen Bauernverband. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen die Thünen-Institute für Betriebswirtschaft, Biodiversität und Ländliche Räume sowie die Universität Göttingen und das Michael-Otto-Institut im NABU. Der Betrieb von Friedhelm Dickow ist der einzige in Niederbayern, der an dem Projekt teilnimmt. Er hat eine Gesamtgröße von zirka 70 Hektar mit 120 Bullen und 1.600 Ferkeln. Zusammen mit vier anderen Partnern betreibt er eine Gemeinschafts-Biogasanlage. Angebaut wird bei ihm Winterweizen, Wintergerste, Mais und Kleegras.

Durch die Umsetzung von F.R.A.N.Z.-Maßnahmen wurde er Gewinner des Bayerischen Wettbewerbs „Naturschutzpartner Landwirt 2018“. Ziel ist es, mit den Projektergebnissen die Agrar- und Umweltpolitik zu verbessern und weiterzuentwickeln. Die Bayerische KulturLandStiftung betreut den Betrieb und gibt Ratschläge bei der Auswahl und Planung der Biodiversitätsmaßnahmen sowie auch bei der Pflege der Maßnahmenflächen. Dominik Himmler, Geschäftsführer der Bayerischen KulturLandStiftung, stellte das 2017 gestartete Projekt am 21.05.2019 vor. Dabei wolle man schauen, wie es in andern Bundesländern laufe und wie weit man in Bayern schon sei, sagte Himmler. Die Erkenntnisse, die aus den Maßnahmen gewonnen werden, sollen auf andere landwirtschaftliche Betriebe übertragen werden.

Projektleiterin Dr. Claudia Kriegebaum von der Bayerischen KulturLandStiftung erklärte die Naturmaßnahmen auf dem Dickow-Betrieb. Dazu gehören ein überjähriger Blühstreifen für Feldlerchen, ein mehrjähriger Blühstreifen für Biogas, Getreide mit blühenden Untersaat, blühendes Vorgewende, Feldlerchenfenster, Grünland-Extensivierung, blühende Wildartenwiese und Mais-Stangenbohnen-Gemenge. Kriegebaum ging näher auf die Maßnahmen ein und erläuterte, welche Arten dadurch geschützt werden sollen: Amphibien, Bienen, Feldhasen, Pflanzen, Schmetterlinge und Vögel.

Finanziert wird das Projekt durch Mittel der Rentenbank mit Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Die Fördersumme für die erste Förderperiode bis Ende 2019 beläuft sich auf 3,7 Millionen Euro.

Quelle: Barbara Forster, Passauer Neue Presse
Regionale Fachveranstaltung des F.R.A.N.Z. (08.06.2019)
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