Bayern blüht auf

Platz für Blühpflanzen, Insekten und Lerchen - Schleppertour „Bayern blüht auf“ macht Station in Eschenbach
Dass der Erhalt der Artenvielfalt auch schon vor dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein Anliegen war, macht der Bayerische Bauernverband mit einer Schleppertour „Bayern blüht auf“ deutlich. Nach dem Start in Schwaben war Eschenbach in der Gemeinde Markt Erlbach im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim Station die zweite Station, bevor es weiter nach Nürnberg zur Bauernmarktmeile am 23. Juni sowie in die Landkreise Kelheim , Landshut, Dingolfing-Landau und Eggenfelden weitergeht.
 
Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme

© BKLS, Bunt blüht es bei Eschenbach, als die Schleppertour eintraf.
In Eschenbach wurde im vergangenen Jahr im Rahmen der Planung für die von den Einwohnern sehnlichst herbeigewünschte Umgehungsstraße ein Projekt zur Förderung der Feldlerchen und von Ackerwildkräutern gestartet. Anstelle der bisher üblichen Ausgleichflächen, die aufgekauft und aus der Produktion genommen werden, erfolgt hier ein Ausgleich über eine sogenannte „Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahme“ (PiK). Mehrere Landwirte verpflichteten sich, 25 Jahre lang Flächen so zu bewirtschaften, dass hier nicht nur viele Ackerwildkräuter für Schmetterlinge wachsen können, sondern auch der Bestand an Feldvögeln und hier insbesondere der Lerchen gesichert werden kann.

© BKLS, Bunt blüht es bei Eschenbach, als die Schleppertour eintraf.
Für Kreisbäuerin Rente Ixmeier ist dies ein Weg, den beklagte Flächenverlust zu vermeiden, die Flächen im Besitz der Landwirte zu erhalten und diese weiter für die Erzeugung von Nahrungsmitteln nutzen zu können. Die Leistung für die Natur mit einer Vielfalt von Wildkräutern auch als Nahrung für Insekten und Vögel ist allerding erkauft mit deutlich weniger Ertrag.

Wie Hans Arnold und sein Schwiegersohn Günther Stradtner erläuterten, sind die Einschränkungen und Ertragsaufälle gravierender als im Bioanbau. Es dürfen nämlich nicht nur keine Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, sondern die Flächen dürfen von der Saat bis zur Ernte nicht betreten werden. Somit kann nicht mit Hackmaschine oder einem Striegel über das Feld zur Eindämmung der Beikräuter gefahren werden, weil dadurch Lerchennester zerstört würden. Trotzdem kann das Getreide nicht als Bioware verwertet werden, weil die Anerkennung bei einem Verband fehlt.

Um dem Nachwuchs der hier brütenden Feldlerche bessere Überlebenschancen zu geben, hat Hans Arnold schon voriges Jahr bei der Saat von Triticale jede zweite Drillreihe ausgelassen und in einem Teil zusätzlich die Saatgutmenge reduziert, um einen dünneren Bestand zu bekommen. Ferner hat der Landwirt „Fenster“ bei der Saat ausgespart, um den Vögeln gute „Landemöglichkeiten“ zu bieten.

© BKLS, Bunt blüht es bei Eschenbach, als die Schleppertour eintraf.
An den Rändern ist das Getreide aber dicht gesät, damit Füchse oder andere Räuber keine Einblicke in die lichten Saatreihen haben und sich nicht so leicht über die Jungvögel hermachen können.

Nach Triticale wurde das Feld mit Wintergerste bestellt und zusätzlich eine Mischung von Blühpflanzen mit eingesät. Allerdings sind wegen der Trockenheit nicht alle Arten wie gewünscht aufgelaufen. Die Liste reicht vom Acker-Rittersporn und dem Sand-Vergissmeinnicht über den Saat-Mohn bei zum einjährigen Knäuel und dem dreiteiligen Ehrenpreis.
 
Ackerblühstreifen

Drei weitere Landwirte haben ferner Ackerblühstreifen auf zusammen 1,8 Hektar angelegt. Es handelt sich um niedrigwüchsige Pflanzen mit insgesamt 28 Arten, die ein gutes Futterangebot von Insekten für die Vögel bieten. Unter ihnen Schafgarbe, Wilde Malve, Wiesensalbei, Spitzwegerich und Rainfarn. Auch Brutmöglichkeiten sind in den Arealen gegeben. Aufgrund der reichhaltigen Mischungen blühen die Streifen nach rot, dann blau, gelb und weiß.

Die Kompensationsmaßnahmen wurden von der Bayerischen KulturLandStiftung organisiert. Die Finanzierung der Entschädigungszahlung für die Ertragsverluste erfolgt vom Straßenbauamt aus den Ersparnissen, die ansonsten für den Flächenankauf anfallen würden.
 
Quelle: Fritz Arnold, Flachslanden
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