Tag des Artenschutzes

© Lang - Acker-Rittersporn
Ist von Artenschutz die Rede, denken viele Menschen an Umweltaktivisten in grellen Schlauchbooten, an Wale, den Regenwald oder Wildtiere in der Steppe Afrikas. Doch zum „Tag des Artenschutzes“ am 3. März stellt sich eine viel naheliegendere Frage: Wie steht es eigentlich um Artenvielfalt in der heimischen Pflanzen- und Tierwelt? Was tun zum Beispiel Bauern, um den Artenreichtum vor dem eigenen Hoftor zu erhalten?
 
Über Agrarumweltprogramme leisten die bayerischen Bauern auf jedem dritten Hektar freiwillig zusätzliche Leistungen für den Umwelt- und Naturschutz. Daneben stellen die Landwirte innerhalb der neuen EU-Agrarpolitik zusätzlich ökologische Vorrangflächen für noch mehr Biodiversität bereit. Auf diesen Flächen werden zum Beispiel Zwischenfrüchte angebaut, Blühpflanzen eingesät oder Brachen angelegt. Bundesweit sind so im Jahr 2015 über zwei Millionen Fußballfelder zusätzlicher Lebensraum für Wildtiere, Insekten und Pflanzen entstanden.

© Lang - Artenreiches Roggenfeld
Mit dem Projekt „Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft“ fördert die Bayerische KulturLandStiftung in Zusammenarbeit mit der TU München (Lehrstuhl für Renaturierungsökologie) außerdem eine Pflanzengruppe, die europaweit sehr stark gefährdet ist: seltene Ackerwildkrautarten. „Sie keimen Jahr für Jahr zusammen mit der Kulturart und sind so konkurrenzschwach, dass sie den landwirtschaftlichen Ertrag kaum schmälern“, erklärt Marion Lang von der Bayerischen KulturLandStiftung. Gleichzeitig sind sie jedoch ein wichtiger Bestandteil im Ökosystem „Feld und Flur“. So dienen sie zum Beispiel Insekten und Vögeln als Nahrungsquelle.

© Lang - Honigbiene an Echtem Frauenspiegel
„Über unser Projekt werden unter anderem Samen von Acker-Rittersporn, Echtem Frauenspiegel oder Lämmersalat gesammelt, vermehrt und dann an geeigneten Ackerstandorten wieder ausgebracht“, erklärt Lang. Umgesetzt wird das Projekt innerhalb von fünf Naturräumen in Bayern, von der Südrhön im Norden bis zur Münchner Schotterebene im Süden. „Dabei arbeitet die Bayerische KulturLandStiftung eng mit den Landwirten zusammen, denn nur durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung können die einjährigen Ackerwildkräuter geschützt werden“, sagt Lang.
 
Auf den Einsatz von Herbiziden muss deshalb zumindest lokal und temporär verzichtet werden, zum Beispiel auf Ackerrandstreifen. Nur so können die Ackerwildkräuter von Jahr zu Jahr erhalten werden, ohne dass neu angesät werden muss. Wenn die Wildkräuter erst einmal erfolgreich etabliert wurden, können intensive Bewirtschaftungsphasen und konkurrenzstarke Feldfrüchte wie Kleegras zeitweise im Boden überdauert werden.

„Ziel des Projekts ist es, den Erhalt der Arten zu sichern und in eine nachhaltige Nutzung der bayerischen Kulturlandschaft zu integrieren“, sagt Lang. Das Projekt “Ackerwildkräuter für Bayerns Kulturlandschaft - Produktionsintegrierte Förderung seltener und gefährdeter Ackerwildkrautarten“  wird durch den Bayerischen Naturschutzfonds und die Landwirtschaftliche Rentenbank gefördert.
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