Acker-Krummhals –
Anchusa arvensis subsp. arvensis

Im Zuge des Projekts „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ kürt die Bayerische KulturLandStiftung zusammen mit dem Landratsamt Roth monatlich das „Ackerwildkraut des Monats“. Im Januar stellen wir den Acker-Krummhals vor:

Der Name des Acker-Krummhals rührt von seiner besonderen Blütenform. Die Blüte selbst ist hellblau, die Röhre der Blüte weiß. Diese Röhre hat eine doppelte Krümmung, oder anders gesagt, die Blüte hat einen „krummen Hals“. Die länglichen Blätter sind am Blattrand wellig und oft umgebogen, runzlig und borstig behaart. Auch der Stängel ist borstig behaart, weshalb sich die Pflanze beim Anfassen leicht stechend anfühlt.

 

 

Bayerische KulturLandStiftung

Der Acker-Krummhals, auch Acker-Ochsenzunge genannt, wächst auf sandigen Äckern, Weinbergen oder anderen Standorten mit offenen Bodenstellen. Er meidet kalkreiche Böden. Das Ackerwildkraut ist sowohl sommer- als auch winterannuell. Das bedeutet, dass der Acker-Krummhals entweder im Herbst keimt, den Winter als Jungpflanze überdauert und dann im frühen Sommer blüht und fruchtet (winterannuell) oder er überdauert den Winter als Samen im Boden, keimt dann im Frühjahr und blüht und fruchtet im späteren Sommer (sommerannuell) bevor er dann nach der Fruchtbildung im Herbst wieder abstirbt. So reicht die Blütezeit dieser Art von Mai bis in den September. In dieser Zeit wird die Pflanze von Bienen bestäubt, wobei eine Selbstbestäubung ebenfalls möglich ist.

Bayerische KulturLandStiftung

Da Pflanzen nicht mobil sind, müssen die Samen auf anderen Wegen verbreitet werden. Der Acker-Krummhals hat hierfür unterschiedlichste Strategien entwickelt. Die Verbreitung kann durch Ameisen erfolgen, durch landwirtschaftliche Maschinen, durch Stoß- oder Klettausbreitung. Stoßausbreitung bedeutet, dass die Samen durch Windstöße oder vorbeistreifende Tiere aus der Frucht ausgeschüttelt werden. Geschieht dies durch Tiere, bleiben die Samen mit ihren Borsten im Fell hängen und werden so durch das Tier an einen anderen Ort getragen.

Wer beim Fahrradfahren oder Spazieren im Landkreis Roth genauer die Getreideäcker betrachtet, kann hin und wieder den Acker-Krummhals entdecken. Der Acker-Krummhals ist in Bayern mäßig häufig. Die Art ist hier vorgewarnt, steht also auf der Vorwarnstufe der Roten-Liste. Im Projekt „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ wird der Acker-Krummhals zusammen mit anderen Ackerwildkräutern durch eine angepasste Bewirtschaftung von Äckern durch engagierte landwirtschaftliche Betriebe zusammen mit dem Landratsamt Roth und der Bayerischen KulturLandStiftung gefördert.

Hier gibt es weiterführende Infos zum Acker-Krummhals:

Ökologie: https://www.floraweb.de/php/oekologie.php?name-use-id=400

Artbestimmung: https://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Boretschgewaechse/lycopsis.htm#Acker-%20Krummhals

 

Quellenangaben:

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) (2022): Ackerwildkräuter – Bestimmungshilfe. Augsburg.

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief: Lebensraum und Ökologie zu Anchusa arvensis (L.) M. Bieb., s. l. (Acker-Ochsenzunge) (abgerufen am 10.02.2026).
Link: https://www.floraweb.de/php/oekologie.php?name-use-id=400

Kästner, A., Jäger, E.J. & Schubert, R. (2001): Handbuch der Segetalpflanzen Mitteleuropas. Springer Verlag Wien GmbH.

Klotz, J., Fleischmann, A., Ruff, M., Niederbichler, C., Scheuerer, M., Wagner, I., Woschée, R., Gilck, F., Zehm, A. (2024): Rote Liste Bayern – Farn- und Blütenpflanzen (Gefäßpflanzen – Trachaeophyta). Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg.

Müller, F., Ritz, C. M., Welk, E. & Wesche, K. (2021): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Auflage. Springer Spektrum, Berlin.