Gewöhnlicher Erdrauch –
Fumaria officinalis

Im Zuge des Projekts „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ kürt die Bayerische KulturLandStiftung zusammen mit dem Landratsamt Roth monatlich das „Ackerwildkraut des Monats“. Im Oktober stellen wir den Gewöhnlichen Erdrauch vor:

Der Gewöhnliche Erdrauch (Fumaria officinalis) ist eine von sieben Erdrauch-Arten, die in Bayern auf dem Acker gefunden werden können. Alle Erdrauch Arten sind kahl, haben einen traubigen Blütenstand mit weiß bis purpur gefärbten kleinen Blüten und rundlichen kleinen Früchten sowie tief geteilten Blättern. Der Gewöhnliche Erdrauch ist die häufigste unter diesen sieben Erdrauch-Arten und kann vielerorts in nährstoffreicheren, lehmigen Äckern, Gärten oder Weinbergen gefunden werden.

 

Bayerische KulturLandStiftung

Um die verschiedenen Erdrauch-Arten voneinander zu unterscheiden, müssen verschiedene Details betrachtet werden. Dazu gehören u.a. die Anzahl der Blüten, die Form der Früchte, die Länge des Fruchtstiels sowie die Größe des Trag- und Kelchblattes und der Blüten. Wenn mehr als 20 Blüten in einem Blütenstand sind, die Früchte eine Einkerbung vorweisen, die Fruchtstiele länger als die Früchte sind, das Tragblatt länger als 1/3 des Fruchtstiels ist und ein vergleichsweise großes, jedoch schmales Kelchblatt vorliegt, handelt es sich ziemlich sicher um den Gewöhnlichen Erdrauch.

Bayerische KulturLandStiftung

Der Gewöhnliche Erdrauch blüht von Mai bis Oktober. Er wird v.a. von Bienen bestäubt, kann sich aber auch selbst bestäuben. Wenn die kleinen Früchte reif sind, fallen sie auf den Boden und werden von Ameisen eingesammelt, die sie auf diesem Wege verbreiten. Doch Obacht, alle Pflanzenteile des Ackerwildkrautes sind giftig.

Die Samen des Gewöhnlichen Erdrauchs sind sehr langlebig. In einer Quelle wird sogar von über 600 Jahren ausgegangen! Das würde bedeuten, dass Samen aus dem späten Mittelalter auch heute noch keimfähig sind.

Der Gewöhnliche Erdrauch ist in Bayern häufig und ungefährdet. Es kann somit auch im Landkreis Roth oftmals am Rand lehmiger Äcker gesehen werden. Im Projekt „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ werden artenreiche Ackerwildkrautgemeinschaften durch eine angepasste Bewirtschaftung von Äckern durch engagierte landwirtschaftliche Betriebe zusammen mit dem Landratsamt Roth und der Bayerischen KulturLandStiftung gefördert.

Hier gibt es weiterführende Infos zum Gewöhnlichen Erdrauch:

Ökologie: https://floraweb.de/php/oekologie.php?name-use-id=26967

Artbestimmung: https://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Erdrauchgewaechse/rosa_fumaria.htm#Gew%C3%B6hnlicher%20Erdrauch

Quellenangaben:

Bayerisches Landesamt für Umwelt (2022): Ackerwildkräuter Bestimmungshilfe. Augsburg.

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief zu Fumaria officinalis L., s. str. (Gewöhnlicher Erdrauch (i. e. S.)) (abgerufen am 08.10.2026).
Link: https://floraweb.de/php/artenhome.php?name-use-id=26967

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief zu Fumaria officinalis L., s.l. (Gewöhnlicher Erdrauch (i. w. S.)) (abgerufen am 08.10.2026).
Link: https://floraweb.de/php/artenhome.php?name-use-id=2494

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Lang, M., Himmler, D., Albrecht, H., Sommer, M., Meyer, S., Kollmann, J. (2022): Ackerwildkrautschutz – Leitfaden zur Umsetzung von Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen. Broschüre, München, 28 S.

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