Ackerröte –
Sherardia arvensis

Im Zuge des Projekts „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ kürt die Bayerische KulturLandStiftung zusammen mit dem Landratsamt Roth monatlich das „Ackerwildkraut des Monats“. Im September stellen wir die Ackerröte vor:

Nur wer genau hinschaut, wird fündig: Die zierliche Ackerröte (Sherardia arvensis) wird nur 5 – 20 cm hoch und liegt oftmals flach auf dem Boden auf. Obwohl sie wegen ihrer Größe zwar sehr unscheinbar ist, ist sie, zumindest in der Blütezeit, unverwechselbar. Das Ackerwildkraut hat kleine hellrosafarbene, trichterförmige Blüten, die zu 8. – 10. zusammenstehen. Sie sind von einer grünen sternförmigen Hülle umgeben. Die Blätter sind quirlig zu viert oder zu sechst an dem vierkantigen, rauen Stängel angeordnet. Sie sind spitz, länglich und ebenfalls rau.

 

Bayerische KulturLandStiftung

Die Ackerröte kommt vor allem auf mäßig nährstoffreichen, lehmigen bis tonigen Äckern, Brachen oder auch in Rebkulturen vor. In den letzten Jahren ist sie außerdem vermehrt in Zierrasen gefunden worden. Das Ackerwildkraut ist kalkhold, das bedeutet, dass es überwiegend auf kalkhaltigen Standorten vorkommt.

Die Ackerröte ist ein Flachwurzler. Denn ihre Wurzeln gehen in der Regel nur 10 – 25 cm tief in den Boden. Die rötlichen Wurzeln wurden früher zum Rotfärben verwendet.

Bayerische KulturLandStiftung

Bestäubt wird die Pflanze vor allem von Fliegen und Hummeln. Die Früchte sind mit rauen Härchen besetzt, die sich an dem Fell von Tieren oder an Schuhen festhaften können, und so verbreitet werden. Eine Verbreitung durch landwirtschaftliche Maschinen oder durch den Wind ist auch möglich. Erst bei Berührung oder leichter Erschütterung lösen sich die Früchte von der Mutterpflanze.

Im Landkreis Roth kann die Art vor allem im Süden gefunden werden, in denen die Böden kalkreicher und lehmiger sind als im übrigen Landkreis. Das Ackerwildkraut blüht von Mai bis in den Oktober hinein. Mit etwas Glück kann die Ackerröte also auch jetzt in ertragsschwächeren Stoppeläckern blühend gefunden werden. Das Ackerwildkraut steht in Bayern auf der Vorwarnliste der Roten Liste.

Im Projekt „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ werden Ackerwildkräuter wie die Ackerröte durch eine angepasste Bewirtschaftung von Äckern durch engagierte landwirtschaftliche Betriebe zusammen mit dem Landratsamt Roth und der Bayerischen KulturLandStiftung gefördert.

Hier gibt es weiterführende Infos zur Acker-Lichtnelke:

Ökologie: https://floraweb.de/php/oekologie.php?name-use-id=5569

Artbestimmung: https://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Roetegewaechse/sherardia.htm

 

Quellenangaben:

Bayerisches Landesamt für Umwelt (2022): Ackerwildkräuter Bestimmungshilfe. Augsburg.

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief zu Sherardia arvensis L. (Ackerröte) (abgerufen am 27.08.2026).
Link: https://floraweb.de/php/artenhome.php?name-use-id=5569

Jagel, A. & Unterladstetter, V. (2019): Sherardia arvensis – Ackerröte (Rubiaceae), ein Ackerunkraut im Zierrasen, Stadtpflanze des Jahres 2018. Jahrb. Bochumer Bot. Ver.: 10, 224 – 232.

Kästner, A., Jäger, E.J. & Schubert, R. (2001): Handbuch der Segetalpflanzen Mitteleuropas. Springer Verlag Wien GmbH.

Klotz, J., Fleischmann, A., Ruff, M., Niederbichler, C., Scheuerer, M., Wagner, I., Woschée, R., Gilck, F., Zehm, A. (2024): Rote Liste Bayern – Farn- und Blütenpflanzen (Gefäßpflanzen – Trachaeophyta). Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg.

Müller, F., Ritz, C. M., Welk, E. & Wesche, K. (2021): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Auflage. Springer Spektrum, Berlin.