Weicher Hohlzahn –
Galeopsis pubescens

Im Zuge des Projekts „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ kürt die Bayerische KulturLandStiftung zusammen mit dem Landratsamt Roth monatlich das „Ackerwildkraut des Monats“. Im Juli stellen wir den Weichen Hohlzahn vor:

Der Weiche Hohlzahn (Galeopsis pubescens) blüht im Hochsommer und ziert mit seinen pinken Blüten von Juli bis in den September Ackerflächen, Weg- und Ackerränder, aber auch Waldschläge und -säume.

Bayerische KulturLandStiftung

Weltweit gibt es 10 Hohlzahn-Arten. Davon kommen 7 Arten in Bayern vor. Alle 7 Arten können auf Ackerflächen gefunden werden. Es lohnt sich also genau hinzuschauen, wenn man einen Hohlzahn findet. Denn einige davon sehen sich recht ähnlich. Die Hohlzähne gehören zu den Lippenblütlern. Ihre Blüten sind daher aus einer „Ober-“ und einer „Unterlippe“ aufgebaut. Beim Weichen Hohlzahn sind beide meistens pink, manchmal auch weiß gefärbt und haben zumeist einen gelb gefärbten Schlund. Die Oberlippe ist in etwa so breit wie der mittlere Bereich der dreiteiligen Unterlippe. Kennzeichnend beim Weichen Hohlzahn ist außerdem seine lange Blütenröhre. Der Stängel ist, wie bei allen Hohlzahn-Arten, vierkantig. Er ist dünn und im oberen Bereich seidig behaart. Auch die Blätter sind zumeist weich behaart.

Es sind über 100 Arten nachgewiesen, die den Weichen Hohlzahn bestäuben oder an Teilen von ihm fressen. Zu den Bestäubern gehören vor allem Hummeln und Wildbienen. Käfer, Wanzen, die Raupen verschiedener Falter oder Vögel ernähren sich zudem von Teilen des Weichen Hohlzahns. So fressen z.B. Feldlerche, Goldammer, Meisen oder Spatzen die Samen der Pflanze. Die Raupen des Nachtfalters Hohlzahn-Kapselspanner ernähren sich ebenfalls von der Pflanze.

Bayerische KulturLandStiftung

Der Weiche Hohlzahn kommt in Deutschland schwerpunktmäßig im Südosten vor. Die Art ist in Bayern häufig und ungefährdet. Auch im Landkreis Roth kann die Pflanze auf vielen Ackerflächen gefunden werden. Es lohnt sich also beim nächsten Spaziergang genauer die Ackerränder im Landkreis zu betrachten. Im Projekt „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ werden verschiedene Ackerwildkräuter durch eine angepasste Bewirtschaftung von Äckern durch engagierte landwirtschaftliche Betriebe zusammen mit dem Landratsamt Roth und der Bayerischen KulturLandStiftung gefördert.

Hier gibt es weiterführende Infos zum Weichen Hohlzahn:

Ökologie: https://floraweb.de/php/oekologie.php?name-use-id=2523

Artbestimmung: https://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Lippenbluetler/staengel_verdickt.htm#Weichhaariger%20Hohlzahn

 

Quellenangaben:

Bundesamt für Naturschutz (o.J.): Floraweb. Artsteckbrief zu Galeopsis pubescens Besser (Weicher Hohlzahn) (abgerufen am 27.07.2026).
Link: https://floraweb.de/php/artenhome.php?name-use-id=2523

GitHub, Inc. (2026): Datenbank Glo-Bi (Global biotic interactions). Abfrage zu Galeopsis pubescens (abgerufen am 27.07.2026).
Link: https://www.globalbioticinteractions.org/browse/?interactionType=ecologicallyRelatedTo&resultType=json&sourceTaxon=Galeopsis%20pubescens

Kästner, A., Jäger, E.J. & Schubert, R. (2001): Handbuch der Segetalpflanzen Mitteleuropas. Springer Verlag Wien GmbH.

Klotz, J., Fleischmann, A., Ruff, M., Niederbichler, C., Scheuerer, M., Wagner, I., Woschée, R., Gilck, F., Zehm, A. (2024): Rote Liste Bayern – Farn- und Blütenpflanzen (Gefäßpflanzen – Trachaeophyta). Bayerisches Landesamt für Umwelt, Augsburg.

Müller, F., Ritz, C. M., Welk, E. & Wesche, K. (2021): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. 22. Auflage. Springer Spektrum, Berlin.