Neues von den Ackerwildkräutern im Landkreis Roth

Vor zwei Jahren ist das Projekt „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ vom Landratsamt Roth und der Bayerischen KulturLandStiftung in die zweite Projektphase gestartet. Was ist seitdem im Landkreis Roth passiert? Was gibt es Neues?

Im letzten Jahr wurden über das Projekt auf knapp 20 Ackerflächen im Landkreis Roth über 6 ha extensiv bewirtschaftete Ackerrandstreifen gefördert. Dabei wird der Randstreifen einer Ackerfläche so bewirtschaftet, dass konkurrenzschwache Ackerwildkräuter davon profitieren. Diese brauchen für optimale Bedingungen zum Wachsen mehr Licht auf dem Boden. Auf den Ackerrandstreifen wird daher das Getreide im doppelten Reihenabstand gesät. Weiterhin wird hier auf Düngung, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und auf mechanische Beikrautbekämpfung (Hacken oder Striegeln) verzichtet.

Botanische Untersuchungen der extensiv bewirtschafteten Ackerrandstreifen aus dem letzten Jahr haben gezeigt, dass die Ackerrandstreifen im Projekt die floristische Vielfalt der Ackerflächen steigern konnten! Dazu wurden je Ackerrandstreifen auf zwei 60 m² großen Flächen die gesamten Pflanzenarten erfasst. Auf der restlichen, „normal“ bewirtschafteten Fläche wurden ebenfalls auf zwei 60 m² großen Flächen die gesamten Pflanzenarten erfasst.

Bayerische KulturLandStiftung

Somit konnte ein Vergleich zwischen extensiv bewirtschafteten Ackerrandstreifen und dem Rest des Feldes hergestellt werden. Während in den Aufnahmeflächen der Ackerrandstreifen 85 Pflanzenarten nachgewiesen wurden, waren es in den Aufnahmeplots im Rest des Feldes nur 40 Arten. In den Ackerrandstreifen wurden auch mehr bayernweit gefährdete Arten festgestellt. Dazu gehören z.B. der Lämmersalat, der Dreiteilige Ehrenpreis oder die „Blume des Jahres 2026“ – der Feld-Rittersporn.

Viele Ackerwildkräuter durchlaufen ihren Lebenszyklus innerhalb von einem Jahr. Sie keimen im Herbst oder Frühling zusammen mit dem Getreide und haben ihre Samen optimalerweise vor der Ernte entwickelt. Einige dieser Samen landen dann im Boden. Über viele Jahre wird somit im Boden eine Samenbank, also ein Samenvorrat, aufgebaut. Bei geeigneten Bedingungen können die Ackerwildkräuter dann wieder keimen und sich vermehren. Daher kommen bereits bei einer Umstellung der Bewirtschaftung oft verschiedene Ackerwildkräuter zum Vorschein.

Bayerische KulturLandStiftung

Auf Flächen, auf denen die Ackerwildkräuter nicht von allein wieder auftreten, können besondere Arten durch die Aussaat von gebietsheimischem Saatgut wieder zurück auf den Acker gebracht werden. Bis jetzt wurden im Projekt auf drei Ackerflächen bedrohte Ackerwildkrautarten wie das Mäuseschwänzchen, Lämmersalat, Bauernsenf, Feld-Rittersporn und Saat-Mohn ausgebracht. Inwiefern sich die ausgesäten Arten auf den Ackerflächen etablieren können, wird sich im weiteren Projektverlauf zeigen.

Auch im Jahr 2026 werden wieder extensiv bewirtschaftete Ackerrandstreifen einiger Ackerflächen gefördert. An den Flächen stehen Feldrandschilder, die darauf aufmerksam machen – Vielleicht entdecken Sie ja eines bei Ihrer nächsten Fahrradtour oder Ihrem nächsten Spaziergang im Landkreis? Gerade auf den sandigen Ackerflächen kann auch im Frühling schon ein buntblühender Blütenteppich den Boden bedecken.

Bayerische KulturLandStiftung