Biotop- und Nutzungstypen nach BayKompV (2014):
G211 zu M412-MF7230 und G222-GN00BK
Ausgangszustand: G211 „Mäßig extensiv genutztes, artenarmes Grünland“
Entwicklungsziel: Verzahnung aus
Projektziel
Ziel des Vorhabens ist die Wiedervernässung eines entwässerten Kalk-Flachmoors sowie die Wieder-herstellung naturnaher, seggen- und binsenreicher Feucht- und Nasswiesen. Eine räumlich eindeutige Zuordnung der beiden Zielbiotoptypen innerhalb der Ökokontofläche ist dabei nur schwer zu prognos-tizieren. Daher soll sich vielmehr – abhängig von den lokalen Bodeneigenschaften, dem Relief und dem Wasserhaushalt – ein kleinräumig verzahnter Komplex der unterschiedlichen Feuchtlebensräume mit fließenden Übergängen entwickeln.
Ausgangssituation
In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden Drainagen gelegt, um die nassen Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können. Diese Eingriffe haben den Wasserhaushalt der Fläche über Jahrzehnte hinweg maßgeblich beeinflusst und führten zur Entwässerung der Torfböden. Die Fläche diente als mäßig extensives Grünland, wurde vier- bis fünfmal jährlich gemäht und ein- bis zweimal organisch gedüngt. Durch die Entwässerung kam es zu Torfsackungen, wodurch sich vereinzelt kleinräumige Senken und Mulden im Gelände bildeten.
Geplante Maßnahmen
Zur Förderung der Artenvielfalt wird die Bewirtschaftung der Fläche gezielt angepasst. Eine reduzierte Mahd, der Abtransport des Mahdguts sowie der vollständige Verzicht auf Düngung schaffen nährstoffärmere Bedingungen, die vielen spezialisierten Pflanzen- und Tierarten zugute-kommen. Ergänzend wird durch das gezielte Kappen einzelner Drainagen eine Wiedervernässung der Fläche angestrebt, wodurch sich standorttypische Lebensräume regenerieren können.
Um die Entwicklung artenreicher Vegetations-bestände zu beschleunigen, ist eine streifenweise Saatgutübertragung aus angrenzenden, kartierten Biotopflächen vorgesehen. Die Spenderflächen werden dabei mit einem eBeetle-Gerät zu mehreren Zeitpunkten im Jahresverlauf beerntet, um unterschiedliche Samenreifephasen abzudecken und eine Übertragung möglichst vieler Zielarten zu gewährleisten.
Zusätzlich werden in bestehenden Geländemulden sogenannte Seigen modelliert, die temporäre Kleingewässer bilden. Diese bieten wertvolle Lebensräume und dienen unter anderem als Fortpflanzungsstätten für Amphibien wie die Gelbbauchunke.