Viele standorttypische Ackerwildkrautarten sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen und kommen nur noch in kleinen Restpopulationen vor. Sie haben ihren Lebensraum auf Ackerflächen und sind daher auf die ackerbauliche Bewirtschaftung mit regelmäßiger Bodenstörung angewiesen. Im Projekt finden Feldaufnahmen und Beratungsgespräche statt, um die pflanzliche Vielfalt auf Sand- und Kalkscherbenäckern zu fördern.
Das Projekt bietet Betrieben, die den extensiven Ackerbau unverbindlich für ein oder zwei Jahre ausprobieren möchten, die Möglichkeit zur Förderung von extensiv bewirtschafteten Ackerrandstreifen.
Des Weiteren soll mit zwei Modellbetrieben ein gesamtbetriebliches Konzept zur Anlage von extensiv bewirtschafteten Ackerrandstreifen erarbeitet und umgesetzt werden. Das Konzept soll als Grundlage für mögliche Agrar-Förderprogramme dienen.
Das Projekt knüpft an das Projekt „Vielfalt für Sandäcker im Landkreis Roth“ (2021-2023) an.
Neu:
Das Projektgebiet ist der gesamte Landkreis Roth. Im mittleren und nördlichen Bereich des Landkreises liegt der Fokus aus sandigen und im Süden des Landkreises auf kalkreichen Böden mit schwachem Ertragsniveau.
Im Jahr 2025 wurde die Bewirtschaftung auf über 6 ha Ackerrandstreifen zur Förderung der Ackerwildkrautflora angepasst. In den extensiv bewirtschafteten Ackerrandstreifen der Modell- und Projektbetriebe wurden alle Pflanzenarten in zwei 60 m² großen Aufnahmeflächen erfasst. Es wurden 100 Pflanzenarten nachgewiesen, von denen 23 auf der bayerischen Roten-Liste (inkl. Vorwarnstufe) stehen. Dazu gehören z.B. die stark gefährdeten Arten Adonis-Röschen (Adonis aestivalis), Lämmersalat (Arnoseris minima), Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis) und Acker-Hahnenfuß (Ranunculus avensis).
Im Vergleich zum nicht extensivierten Feldinneren der Ackerflächen kamen auf den Ackerrandstreifen sowohl signifikant mehr Pflanzenarten als auch bayernweit gefährdete Pflanzenarten (inkl. Vorwarnstufe) vor. Weiterhin war die mittlere Deckung der Beikrautflora signifikant höher. Die Zwischen-Ergebnisse zeigen, dass die Extensivierung von Ackerrandstreifen auf ertragsschwachen Böden eine erfolgreiche Maßnahme ist, um die Ackerwildkrautflora erfolgreich zu fördern.
In den Jahren 2024 und 2025 fand auf drei Ackerflächen, welche extensiv über das Vertragsnaturschutzprogramm Acker bewirtschaftet werden, eine Wiederansiedlung von gefährdeten Arten mit regionalem Saatgut statt. Erste Erfolgskontrollen zeigen, dass sich Lämmersalat (Arnoseris minima) und Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) gut etablieren lassen, während die Etablierung beim Saat-Mohn (Papaver dubium) weniger erfolgreich ist.
An den Projektflächen sowie an weiteren sich im Vertragsnaturschutzprogramm Acker befindenden Äckern stehen seit 2025 Feldrandschilder. Vielleicht kommen Sie ja mal an einer Fläche vorbei?
Im Zuge des Projekts „Vielfalt für Sand- und Kalkscherbenäcker im Landkreis Roth“ kürt die Bayerische KulturLandStiftung zusammen mit dem Landratsamt Roth monatlich das „Ackerwildkraut des Monats“.
Sie haben Lust sich zu engagieren oder möchten wissen, welche Ackerwildkrautarten auf Ihren Flächen vorkommen?
Dann kontaktieren Sie uns gerne!
Sie haben Lust den extensiven Ackerbau auf einem Randstreifen im Landkreis Roth unverbindlich auszuprobieren?
Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!
Sie haben wertgebende Ackerwildkräuter entdeckt?
Wir freuen uns über jeden Hinweis zum Vorkommen wertgebender Ackerwildkautarten im Landkreis Roth
Der Flyer gibt Ihnen eine Übersicht über die Projektziele und -inhalte. Printexemplare können bei Malou Czibeck bestellt werden.
Weitere Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des Landkreis Roth:
https://www.landratsamt-roth.de/themen/bauen-wohnen/naturschutz-umwelt/naturschutz/ackerwildkraeuter